Vorstellung: Konzept zur Einrichtung eines Zentrum des Miteinanderseins

Geschrieben von am 27. November 2017 | Abgelegt unter Alle, Region Freiberg, Region Südwestsachsen

Ideenkonzept

 

  zur Einrichtung

 

  eines Zentrums des MiteinanderSeins

 

Erstauflage: 11.2016
Überarbeitete Version: 08.2017
ausgerichtet auf Kleinstadt


Die momentane Zeitqualität ist geprägt von viel Veränderung. Die gängigen Machtstrukturen, Führungsstile und Systeme kommen an ihre Grenzen und bieten wenige Lösungen für die auftretenden Probleme. Das Miteinander fehlt in vielen Bereichen und deshalb kommt es zu Spannungen und Konflikten. Mitmenschen trennen sich von Arbeitsplätzen, Wohnungen, Freundeskreisen, Partnerschaften und manche sogar vom Leben. Immerwährende und feste Strukturen werden hinterfragt, losgelassen und neu ausgerichtet. Glaubensmuster, Denk – und Verhaltensweisen, Verpflichtungen und Bedürfnisse des Einzelnen werden transformiert und neu gelebt. Das alles und noch viel mehr führt zu Kontrollverlust, Haltlosigkeit, Vereinsamung, Verletzlichkeit, Wut, Ärger und vor allem zur Angst unter den Menschen. Wenn sich vorhandene Sicherheiten plötzlich verändern und auflösen, entstehen Orientierungslosigkeit und Verunsicherung. Die hinter uns liegenden Wege mit ihren Werten und Strukturen bringen uns so nicht weiter und sollten überdacht werden.

Einige Menschen haben diesen Wandel erkannt und individuelle Wege gefunden, um Harmonie und Frieden für sich und ein Teil ihrer Umgebung zu schaffen. Diese Menschen sind zu finden in Bereichen der Kindererziehung, Schulbildung, Gesundheitswesen, landwirtschaftlicher Versorgungsbereich, im Handel mit: Lebensmitteln (Bio, Fair Trade usw.), Gebrauchs- und Verbrauchsgütern, Energiegewinnung und allgemein im alternativen Bereich. Ihre Handlungen und ihr innerer Antrieb erfolgt aus ihrem Mitgefühl und aus dem Herzen. Solche Menschen sind überall in unserer Umgebung und sollten zusammengeführt werden. Für diese Zusammenführung steht dieses Konzept. Es soll ein Ort geschaffen werden, wo sich all diese Menschen zeigen, austauschen, Vorträge halten, Dienstleistungen anbieten und miteinander vernetzen können. Des weiteren soll dieser Ort für alle anderen Mitbürger ein Anlaufpunkt sein um Heilung, Halt, Orientierung, Beistand, Regeneration, Selbstfindung, Förderung und Unterstützung des Einzelnen zu erhalten.


Inhaltliche Schwerpunkte des Zentrums:

Die Ausrichtung des Zentrums liegt auf dem Miteinander und dem Wohl der Menschheit und allen Lebewesen. Die stetig wachsenden Interessengruppen, die im Miteinander Kraft und Freude schöpfen, bauen somit eine regionale Gemeinschaft auf Grundlage hoher ethischer Selbstverantwortung auf. Durch das persönliche Kennenlernen, Austauschen und Vernetzen von Gleichgesinnten, werden gemeinsam zukunftsorientierte Lösungen gefunden und das regionale alternative Versorgernetz in allen Lebensbereichen ausgebaut.

Das Zentrum steht für ein Leben in Selbstverantwortung, Bewusstheit, Freiheit, Frieden und Mitgefühl und soll Menschen, die dem Ruf ihres Herzens folgen und bei denen sich Talente und Fähigkeiten entfalten, ansprechen, so dass alle ganzheitlich arbeiten und Produkte anbieten, die für das Leben auf der Erde förderlich sind. Das Zentrum hilft dabei, dass die vorhandenen Angebote bekannt gemacht und gefunden werden, die Anbieter sich kennenlernen, Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen und weiterempfehlen.

Die Zusammenarbeit beruht auf der gemeinsamen Ebene des Seins. Es geht um das Zusammenfinden von Menschen die ein Gemeinwesen erschaffen, eine Gemeinschaft die in vielfältigen Beziehungen zueinander steht und aus diesen Beziehungen heraus etwas Neues kreiert. Etwas Erschaffen was nicht mehr in die Trennung geht und in die absolute Individualisierung, sondern in die Gemeinsamkeit geht, ein Gefühl wieder zu Hause zu sein, ein Gefühl wieder Heimat zu haben. Ein Gefühl zu haben mit Menschen zusammen zu sein die Eins sind mit dir und du mit ihnen. Wo ein neues Wesen entsteht in der Gemeinschaft und eine solche Ebene des Seins, wo man sich in seiner persönlichen individualisierten Ausprägung voll bewusst für etwas gemeinsames entscheiden kann.


Ideen einiger Angebotsbereiche im Zentrum:

Versorgungsbereich Ernährung:

Integrierung von Catering, Imbiss oder Gaststätte auf Grundlage regionaler und biologischer Basis

Durch den steigenden Bedarf an natürlich produzierten Lebensmitteln und die sich wandelnde Ernährungsumstellung der Mitmenschen zur vorwiegend pflanzlicher Kost, entsteht eine Lücke in der allgemeinen Versorgung. Durch das Zentrum können Produzenten und Hersteller im Bio – Bereich, natürlicher Landwirtschaft  etc. ihre Produkte anbieten und vertreiben.

Deshalb wird ein Markt (Marktschwärmer – siehe Heft MiteinanderSein Aug -Sep; S. 5, Direktvermarktung) für regionale, saisonale und natürlich hergestellte Lebens- und Nahrungsmittel integriert.

Die Anbindung einer Gaststätte oder eines Imbiss für vegetarische, vegane und rohköstliche Speisen, wäre eine Bereicherung bei dem sich wandelnden Lebensstil. Die Integrierung eines Catering Service für Schulen und Kindertagesstätten und die direkte Versorgung durch die regionalen Produzenten, stärkt die Vernetzung von städtischer und ländlicher Infrastruktur. Somit entstehen neue Arbeitsplätze und neue Berufe und die Auslastung der Küche des Zentrums wäre somit ganztägig gewährleistet.

Kurse zur Herstellung von Lebensmitteln (Brotbacken, Marmelade. Naturheilkunde, Kräuter etc.) nach alter Tradition und Handwerkskunst, werden durch diverse Anbieter angeboten. Dabei kann die Küche des Zentrums durch Vermietung genutzt werden.

 

Integrierung einer Wassertankstelle, die gereinigtes und belebtes Wasser zur Verfügung stellt.

Um ökologisch und ökonomisch das wichtigste Nahrungsmittel bereit zustellen, wird eine eigene Quelle im Zentrum integriert. Verschiedenste Systeme stehen dafür zur Verfügung und das ganze Zentrum ist daran angeschlossen.
Durch Wassertankstellen kann der Besucher täglich frisches Wasser erwerben. Dadurch können auch viele Haushalte profitieren, die sich kein eigenes System anschaffen können. Die Abrechnung erfolgt durch einen Jahresbeitrag oder der abgefüllten Tagesmenge.


Körperliches und geistiges Wohlbefinden, Heilung etc.:

Allgemeine ärztliche Behandlungsmethoden werden durch neue alternative Methoden ergänzt. Die grobstofflichen, körperlichen Behandlungen werden mit Hilfe der fein-stofflichen, seelischen Behandlungen unterstützt und decken somit den gesamten Bereich der Heilung ab.

Dafür stehen zwei Räume zur Verfügung in dem Seminare zur Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele angeboten werden können bzw. Behandlungen und Kurse stattfinden. Therapeuten können sich täglich, wöchentlich oder monatlich einmieten. Durch die eigenen Netzwerkpartner der umliegenden Region, wäre der Bedarf teilweise selbst gedeckt.


Bildungssystem:

Das derzeitige Schulsystem hat seine Aufgabe erfüllt und bedarf einer Reformierung.

Die Einbindung neuer Methoden für natürliches Lernen (z.B. LAIS, Natürliches lernen e.V., Bundesverband für natürliches lernen) in Schulen werden unterstützt und aufgebaut. Finanzielle Unterstützung erhalten die Schulen u.a. durch Privatpersonen, Groß- und Mittelständige Betriebe die dadurch gezielt Fachpersonal für ihre Firma herausziehen können. (Im Moment Fachkräftemangel) Einzelne Angebote in Holz-, Elektro- und Metallbereich, Erziehung und Pflege usw. werden den Kindern näher gebracht und von den Firmen bereitgestellt. Das tägliche Lernen wird des Weiteren ergänzt durch das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur. Unterstützt werden diese Angebote von Initiativen wie Bürgergärten, Uni-im-Grünen, landwirtschaftlichen Betrieben, Naturschutzbund, Café im Grünen…etc. (alles vorhanden)

Durch die Nutzung von Schulgärten wird den Kindern Verantwortung übergeben, für sich und die Gemeinschaft ein Beet zu betreuen. Der Ertrag wird zur Erntezeit in der Küche der Schule gemeinsam für eine Mahlzeit vorbereitet. Somit trägt jeder Einzelne mit seiner eigenen Betreuung der Beete zum großen Ganzen bei.

Die Speiseversorgung (Mindestanforderung vegetarisch) in der Schule wird direkt oder durch Catering bereitgestellt.

Musik und Kunst werden den Kindern breit gefächert durch freiberufliche Enthusiasten näher gebracht und dadurch individuell gefördert.

Nähere Informationen sind bei den entsprechenden Ansprechpartnern einzuholen.


Beaufsichtigung und Erziehung von Kleinkindern:

Kleinkinder werden durch Fachpersonal gefördert und betreut. Die Förderung bezieht sich zum Großteil auf die Bedürfnisse der Kleinkinder und erst später auf die Bedürfnisse der Gesellschaft. Als Idee könnte das Fachpersonal von „erfahrenen Menschen“ (jetzt Rentner) unterstützt werden, um mit ihrer Lebenserfahrung und Geduld ein Teil in dieser Gemeinschaft beizutragen. Dadurch werden die älteren Menschen nicht ins Abseits geschoben, sondern sind aktiv weiterhin im Leben integriert. Auch jüngere Menschen dürfen für eine gewisse Zeit mitwirken, um Erfahrungen zu sammeln. (Dieser Teil wäre speziell ausbaufähig.)


Tauschen /Teilen statt Kaufen/Besitzen:

Der Besitz von materiellen Dingen und die evtl. Identifizierung damit, verliert an Attraktivität. Gebrauchsgegenstände werden im Zentrum angeboten, getauscht und geteilt. Dienstleistungen werden als Unterstützung und Hilfeleistung angeboten. Zur Unterstützung für die ersten Schritte kontaktiert man sogenannte „Repair Cafes“, welche in Dresden und Leipzig schon vorhanden sind.


Freie Kapazitäten:

Ein bis zwei Gewerberäume werden als Starthilfe für neue Anbieter bereitgestellt. Für ein halbes Jahr kann man sich mit seinem Angebot einen Raum im Zentrum anmieten und sein Geschäft eröffnen. Durch die vielen Besucher des Zentrums wird das Geschäft bekannt und durch den Aufbau eines eigenen Kundenstammes, kann das Geschäft nach ca. 6 Monaten umziehen, um das Stadtbild in der Innenstadt zu ergänzen.


Dies Alles sind Ideen, welche von einigen Menschen umgesetzt werden möchten.

Unterstützung bei weiteren Fragen kann man durch Vorreiter in Chemnitz, die ein solches Zentrum in die Tat umgesetzt haben, erhalten.  (Konzepthaus Jahnstraße)

Weitere Bereiche ( Naturfriseur, Freizeitzentrum) folgen bzw. können den jetzigen Möglichkeiten angepasst werden.


Der Hauptanlaufpunkt des Zentrums sollte wenn möglich im Ortskern gelegen sein, damit er von jedem Bürger gut erreichbar ist und genutzt werden kann. Die Vernetzung und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Versorgergemeinschaften erstreckt sich über alle Stadt – und /oder Dorfteile. Des weiteren werden der Austausch von Informationen und die Anbietung von Dienstleistungen von einer digitalen Plattform unterstützt.


Dieses Konzept darf in jeder Gemeinschaft verteilt, zu jeder Zeit geändert und den jeweiligen Anforderungen neu angepasst werden.

 

Stand: 20.08.2017

Bei Anregungen und Fragen:
Sebastian Conrad
sebcon@telecolumbus.net
© Sebastian Conrad 2017. Alle Rechte vorbehalten.
 

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