Heilpflanze des Monats August: Baldrian

Geschrieben von am 2. August 2018 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee

Aus dem aktuellen Rundbrief vom Netzwerkpartner Dr. Jörg Köhn (Ostsee) entnommen. Vielen Dank.:

Als Heilpflanze des Monats habe ich den Baldrian ausgewählt – nicht einschlafen, weiter lesen! Es ist nicht nur eine „Schlafpflanze“!

Wenn Sie ein Katzenwesen haben oder Katzen lieben, ist Baldrian Ihre Pflanze – sie wärmt und strebt dem Licht zu. Sie wächst auf feuchten (lichten) Wald- und Wiesenböden. Meiner Erfahrung nach nie direkt im Wasser, dort ist es eher eine der beiden leicht giftigen Merk – Arten (Schmal- bzw. Breitblättriger Merk), dessen Blätter ähnlich aussehen oder der Wasserdost (hanfartige Blätter). Beide duften aber nicht so markant feinwürzig, werden nicht ganz so hoch und haben auch nicht den kantigen Hohlstängel. Bei mir im Garten wird der Stängel bis zu 2 m hoch und trägt die weiß-rosa blühende schirmartige (Trug-)Doldenblüten. Baldrian blüht je nach Standort von Mai bis September. Auch Bienen lieben diese ausdauernde, mehrjährige Pflanze. Früher hat man Baldrian – Blätter in den Bienenstock gelegt. Geerntet wird der walzenförmige, knollige Wurzelstock im Herbst. Man darf nicht alles ernten und sollte die Seitentriebe der Wurzeln und die Haarwurzeln nicht verletzen, will man die Pflanze dauerhaft im Garten behalten.

Der Wurzelstock wird getrocknet – dann zu Pulver zerrieben, oder frisch oder als Abkochung – Auflagen zur Wundheilung wie Zichorie (Wegwarte, = Muckefuck – Kaffee) oder Wegerich eingesetzt. Die Wirkung des Tees und von Tinkturen kann man durch gemeinsame Ansätze mit (dem bitteren) Wermut noch verstärken. Tees sollen am besten um 15 oder 21 Uhr getrunken werden, davor und danach sollte man eine Stunde nichts zu sich nehmen(?).

Als Heilpflanze war Baldrian schon im 5. Jahrhundert vor Christi bekannt. Er wurde vor allem bei Frauenleiden eingesetzt. Die Hyster (= Gebärmutter) stand damals wohl im Mittelpunkt dieser (hysterischen) Erkrankungen. Die Wirkungen des Baldrians sind vielfältig. Er kann bei allen nervös bedingten Störungen – auch bei bereits seit langem bestehenden – eingesetzt werden. Ich vermute, dass die Wirkungen auf das Verdauungssystem, Leber und Geschlechtsorgane, Nieren, Milz und Muskeln ursächlich auch auf nervös bedingte Störungen zurück zu führen sind und in diesen Anwendungsgebieten beruhigend wirken. Tee und Tinkturen aus Baldrian gelten seit jeher als gute Nervenmittel (sensorische Bereiche der Hirnrinde und Reflexzonen am und im Körper). Heute wird Baldrian wohl zu unrecht vor allem nur bei Schlafstörungen eingesetzt. Baldrian wärmt, öffnet und treibt Schweiß – er unterstützt damit ein System durch das Krankheiten den Körper wieder verlassen können. Meist handelt es sich dabei um in der Traditionellen Chinesischen Medizin sogenannte Fülle – Krankheiten

Baldrian ist homöopathisch gesehen der pflanzliche Phosphor. Er hilft bei Kopfschmerz, mit Blutandrang zum Kopf, Schwindel und Unruhe, bei Muskelschmerzen und –krämpfen – wenn das Muskelsystem gereizt ist wie bei Muskelzuckungen, bei reißenden Schmerzen in Muskeln und Gelenken, auch bei Schmerzen in Fersen, Fußballen oder Waden. Er wärmt und wird daher im homöopathischen Sinne eingesetzt bei anhaltender innerer Hitze und Hitzewallungen. Aber auch bei Schlafstörungen, wie Einschlafstörungen, unruhigem Schlaf, der gegen Morgen in einen traumvollen Schlaf übergeht. Aber auch bei Fülle in anderen Bereichen des Körpers, wie Brustenge oder Stichen in der Brust, Fülle-Schmerzen im Verdauungssystem, der Leber oder der Milz, oder bei drückenden krampfartigen Schmerzen in Harn- und Geschlechtsorganen.

Zusammengefasst, Baldrian kann man einsetzen frisch oder als Tee, Tinktur oder Pulver bei Herzklopfen, Kurzatmigkeit, kalten Extremitäten, Angina pectoris (Herz, Brustenge), Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Magenkoliken, Krämpfen im Verdauungssystem, Blähungen, Angst, Unruhe, Nachtschweiß, Reizbarkeit, prämenstruellem Syndrom, Regel- und Wechseljahresbeschwerden. Es wird ihm auch eine Wirkung gegen Parasiten zugeschrieben, z.B. bei Wurmbefall mit Spulwürmern (Ascariden).

In der TCM gilt Baldrian als süß, bitter, scharf, neutral, auf Herz und Lunge wirkend, den Geist beruhigend also dem innerem Wind (Leber, Nerven) entgegen wirkend. Er klärt bei Yin-Mangel Hitze und beseitigt mild Qi-Stauungen im mittleren Erwärmer (Milz, Pankreas, Magen).

In diesem Sinne bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr Jörg Köhn

 

 

Nächste Termine:

Mein nächstes monatliches Seminar findet am Dienstag, 14. August, 16 Uhr, in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen, zum Thema: „Miasmatische Homöopathie – … wieder ganz gesund werden?!“ statt. Dieses Konzept – auch von Hahnemann entwickelt, aber lange vergessen und kaum angewandt – unterscheidet sich grundsätzlich von der Akut-, Konstitutions-  oder Klassischen Homöopathie. Sie geht tiefer und „räumt“ den Körper und den Geist von störenden „Verschmutzungen“ (=Miasmen) auf. Ich habe das „Miasmenhaus“ von Rosina Sonnenschmidt in eine Treppe verändert und hoffe, Ihnen damit für den „Erstkontakt“ mit dem Konzept einen einfacheren Zugang zu schaffen. Erfahren Sie im Seminar, wie Sie selbst sehr einfach wieder mehr Gesundheit in Ihr Leben einziehen lassen können. Sie sind herzlich eingeladen. Teilnahmegebühr 5 €.

Im August wird es keine Kräuterwanderung geben, erst im September am 29.09. 14 Uhr, wie immer in Heiligenhagen wieder.

 

 

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
mobil: 0171 – 610 3 610
www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

Videointerview vorgestellt von Ingrid Hoffmann Ansehen

© Dr. Jörg Köhn 2018. Alle Rechte vorbehalten

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.