Heilpflanze des Monats September 2018: Ringelblume

Geschrieben von am 6. September 2018 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee

Aus dem aktuellen Rundbrief vom Netzwerkpartner Dr. Jörg Köhn (Ostsee) entnommen. Vielen Dank.:

Als Heilpflanze des Monats habe ich eine „uralte“ Bekannte, die Ringelblume (Calendula officinalis) ausgewählt. Gesammelt werden vor allem die Blüten, aber auch Blätter können vor allem frisch als Presssaft eingesetzt werden.

Für mich ist der Tee aus den Blüten als leichte Kompresse der erste „Entzündungshemmer“, auch wenn nach Verbrennungen, Abschürfungen usw. die Haut über der Wunde fehlt, wenn die Haut sich neu bildet kann Ringelblumensalbe – mit Kokos- oder Schweinefett hergestellt – aufgetragen werden. Das Ganze wird homöopathisch innerlich unterstützt. Außer zur Unterstützung von Wundheilungsprozessen und Verletzungen mit Substanzverlust (Oberhautabschürfungen, Verbrennungen usw.) wird Calendula auch eingesetzt bei Problemen mit der Monatsblutung, Scheideninfektion mit Ausfluss, Venenentzündung, Hämorrhoiden, Zwölffingerdarm-Geschwür, Anfangsstadien von Infektionserkrankungen mit Schmerzen und Unruhe ohne Fieber, offenen Beinen und Nachtschweiß.

Dazu bereitet man/frau einen dünnen Tee aus den Blüten – 3-6g auf 1/2l heißes Wasser zu. Dieser wird getrunken und äußerlich als Umschlag z.B. auf frische (Brand-)Wunden als leichte Kompresse aufgelegt oder auch über Nacht leicht über der Wunde fixiert. Später setzt man/frau dann auch Salbe ein. Dazu sollte sich eine zarte Wundhaut aber schon gebildet haben.

Rudolf Breuss empfiehlt Ringelblumenblätter oder –blüten oder auch beides frisch auf die betreffende Stelle aufgelegt, fixiert und über Nacht dort belassen auch zur Behandlung von Warzen und Muttermalen. Auch dort ist der Einsatz der Salbe möglich. Er empfiehlt Calendula generell bei schlecht heilenden Wunden einzusetzen. Ich würde immer empfehlen, Tee oder homöopathisch innerlich und solange die Wunden sich noch nicht mit der Wund-/ ersten Heilhaut schließen auch äußerlich mit dünnen Teekompressen zu behandeln, erst später mit Salbe. Das gilt auch für Entzündungen an den Körperöffnungen, wie an und im Mund, Nase, Ohren oder After:, eiternde Wunden, Parodontose, Entzündungen der Haut und Schleimhaut, Analfissuren, Windeldermatitis, offene Beine, Erfrierungen und Verbrennungen der Haut.

Der Tee unterstützt innerlich aber auch die Heilung von psychischen Problemen nach schweren Verletzungen.

Die Salbe lässt sich schnell und einfach selbst herstellen. Man/frau bringt 250g Kokosfett oder Schweineschmalz zum Kochen, gibt eine Handvoll frischer oder getrockneter Blüten dazu, lässt kurz aufwallen und füllt in Gläser ab. Nach Öffnen des Glases am besten im Kühlschrank aufbewahren. Der Balsamverschließt die Wunden.

Das Heilwissen in Kreta an der Schnittstelle zwischen Nordafrika, Südeuropa und Orient ist bekanntlich etwa 4.000 Jahre alt. Dort setzt man Ringelblumenöl aus Blüten – analog zum Rotöl in Olivenöl ansetzen und durch die Sonne mindestens sechs Wochen ausziehen lassen – zur Förderung des Blutflusses, als Wickel zur Wundheilung und als Kraut in Butter, Olivenöl, Käse und Suppen ein. Man/frau trocknet die Blüten und zerreibt sie anschließend zum „Safran der Armen“. Auch in Kreta waren Ringelblumen schon bekannt als heilsam für Haut– (Verbrennungen) und Schleimhäute (Magen- und Darmtrakt). Man kannte also schon dort und damals die antiseptische und entzündungshemmenden Heilwirkungen dieser Pflanze.

Frisch eignen sich Blüten und Blätter als (Salat-)Beilage oder Gemüse. Im Garten wirken Ringelblumen heilsam auf Bäume- in die Baumscheibe eingesät – und verbessern als Gründünger den Boden.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Ringelblume eingesetzt um toxische Hitze auszuleiten, mild Blut-Stagnationen und Leber-Qi-Stagnationen entgegen zu wirken, Wind-Hitze zu klären, das Herz-Yin zu stärken, Feuchte-Hitze im Unteren Erwärmer zu trocknen und Blutungen – ähnlich Arnica – zu stoppen. Zusammenfassend, Ringelblume wirkt heilsam auf Herz und Leber. Im Geschmack ist Ringelblume – leicht bitter, salzig, süß – und in Temperatur – neutral –.

Also immer einen Vorrat an getrockneten Ringelblumen im Haus haben. In diesem Sinne bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr Jörg Köhn

 

 

Nächste Termine:

Der September wird die Natur ein wenig erfrischen – so hoffe ich auch im Namen meiner Tiere. Die einjährigen Kräuter bekommen dann vielleicht auch noch eine Chance, sich gut für den Winter und die kommende Saison zu rüsten, um Wegtritt, Wiesenpippau, Löwenzahn, Schafgarbe, Beifuss, Lavendel und andere Dauerkräuter zu unterstützen.

Mein nächstes monatliches Seminar findet am Dienstag, 11. September, 16 Uhr, in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen, zum Thema: „Der betrogene Patient – … aus der Sicht eines Arztes“ statt. Ich war überrascht wie ein Arzt, Radiologe, auf der Basis von Gesundheitsdaten und Erfahrungen von Patienten zu seinen Schlussfolgerungen über Sinniges und Un-Sinniges in der heutigen Medizinpraxis gekommen ist. Er gibt viele Beispiele, die mir zum einen schon aus anderen Büchern und Zusammenhängen klar waren, aber seine kritische Sicht auf Interventionen in die menschliche Gesundheit haben auch mich überrascht. Erfahren Sie im Seminar, wie Sie selbst sehr einfach wieder mehr Gesundheit in Ihr Leben einziehen lassen können. Sie sind herzlich eingeladen. Teilnahmegebühr 5 €.

Im September wird es zwei Kräuterwanderung geben, allerdings wohl nicht in Heiligenhagen sondern im Botanischen Garten in Rostock, Samstag und Sontag jeweils um 16 Uhr, im Rahmen der 40. Landespilzausstellung (29./30. September)! Sollte sich diese wegen Pilzmangel aufgrund von Trockenheit um zwei Wochen (13./14. Oktober) verschieben, dann erst an diesen beiden Tagen. Wir werden an beiden Tagen der Pilzausstellung mit einem Stand von 10. bis 18.00 Uhr dabei sein.

 

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
mobil: 0171 – 610 3 610
www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

Videointerview vorgestellt von Ingrid Hoffmann Ansehen

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