Jahreskreis: Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche / Erntedank

Geschrieben von am 4. Oktober 2018 | Abgelegt unter Alle, Raum Chemnitz

Netzwerkpartnerin und Kräuterfrau Elisabeth Püschmann führt uns durch den Jahreskreis. Herzlichen Dank.

Es ist Erntedank – die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. So weit sind wir im Jahreskreislauf bereits gegangen, dass Tag und Nacht schon wieder gleich lang sind. Dabei gehen wir ab diesem Zeitpunkt in die dunkle Zeit des Jahres. Doch bevor der Schritt über dies Schwelle folgt, steht das Fest. Es ist wieder ein Fest der Sonne, diesmal der kürzer werdenden Sonne. Die Symbolik des Jahreskreises der Natur lautet: Das Samenkorn ist reif und hängt an der Ähre.

Die Ernte wird nun oder ist bereits vielerorts eingebracht. Die Arbeit des Sommers ist getan. Bei Streifzügen durch die Natur können wir weitere Gaben der Mutter Erde ernten und sammeln. Sie bietet eine Fülle von Früchten, Samen und Wurzeln. Kräuterkundige berichten uns davon. Auch damit können wir einen Vorrat für den Winter anlegen.  – Und auch wir sind in dieser Zeit gewachsen und haben Frucht gebracht – so wie die Erde, unsere Mutter. Ihr gehört unser Dank! Es ist Zeit für ein Freudenfest. Dabei danken wir für die inneren und äußeren Gaben. Wir wissen, dass eine gute Ernte neben harter Arbeit auch ein Segen, ein Geschenk des Himmels, der Erde und des Göttlichen in allem ist. Allem gehört unser Dank!

Erntedank ist ein Fest des Teilens und des Mitteilens. In manchen Gegenden war und ist es Brauch, die letzten Ähren des Feldes stehen zu lassen, um der Vegetationsgottheit einem Rückzugspatz zu geben und um den Wildtieren Nahrung zu lassen. Wir Menschen können den Brauch des Teilens pflegen, indem wir uns Raum und Zeit gestalten und miteinander Freude und Leid teilen und mit-teilen. Wir können uns persönlich die Frage stellen: Was ist meine Frucht und Ernte in diesem Jahr? Oder – Wo ist meine Fülle?

Beim Erntedankfest feiern wir die Fülle. Da hinein gehören Tanz und Gesang, ein Festmahl und lachende Kinder. Vielerorts wird Kirmes gefeiert. An den Heuschobern werden lange Kirmesschaukeln für Groß und Klein angebracht. Es ist die Zeit des jungen Weines, der zum Festmahl genossen wird. Es ist ein wirkliches Feiern der Fülle! Ein beschwingtes Fest, ein Höhepunkt vor dem kommenden Sterben.

Kontakt zur Autorin:
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