Heilpflanze des Monats Dezember 2018: Wermut

Geschrieben von am 6. Dezember 2018 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee

Aus dem aktuellen Rundbrief vom Netzwerkpartner Dr. Jörg Köhn (Ostsee) entnommen. Vielen Dank.:

Meine Heilpflanze im Monat Dezember ist der Wermut (Artemisia absinthium). Man nimmt das blühende Kraut, in einigen Fällen auch die Wurzel. Für Wermut gilt – wie auch für die anderen Beifuß-Gewächse: im Sommer ernten und vor allem im Winter nutzen.

Wie Beifuß, Dost oder Salbei gilt auch Wermut als Universalheiler; spätestens seit vor etwa 1.000 Jahren Hildegard von Bingen ihn und die anderen erwähnten Kräutern mystifizierte und ihnen auch Kräfte gegen böse Geister zuschrieb und man/frau empfahl mit ihnen böse Geister aus Wohnräumen und Stallanlagen auszuräuchern. Ähnliches beschreibt auch der Pflanzenkenner (Ethnobotaniker) Wolf-Dieter Storl. Wermut ist die bitterste der bei uns beheimateten Beifuß-Arten. Auch die anderen Arten der Gattung haben vielfach Heilwirkungen bewiesen. Sie werden zum Beispiel als Moxa-Kraut, einer Wärmebehandlung in der Traditionellen Chinesischen Medizin oder als Mittel gegen Malaria eingesetzt. Die verschiedenen Wermut-Arten selbst sind überall auf der Welt außer in den eiskalten oder trocken-heißen Klima- und Hochgebirgszonen verbreitet.

Ich beobachte seit Jahren, dass sich all diese Pflanzen dort ansiedeln, wo sie Mensch und Tier auch gegen Ungeziefer, z.B. Motten und Mücken, helfen können. Daher empfehle auch ich, Pflanzensträuße mit Wermut in Wohnräumen und Ställen aufzuhängen, dort trocknen und ruhig auch einstauben zu lassen, um diesen Schutz zu nutzen. Auch Duftsäckchen, Schlafkissen und Urtinkturen aus diesen Kräutern kann man neben ihren medizinischen Indikationen zu diesem Schutzzweck einsetzen. Hildegard von Bingen wusste schon, dass Leber- und Nierenbeschwerden mit Wermutkraut in Wein als Linderungsmittel eingesetzt werden kann. Nimmt man/frau Hildegard´s Hinweise ernst muss man sich dann nicht fragen: Sind Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Brechreiz, bitterer Mundgeschmack, Appetitlosigkeit, Mundgeruch, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung, Magen-, Darm-,  Leber- und Gallenbeschwerden oder Probleme mit der Monatsblutung denn nicht das Werk von Dämonen und bösen Hexen? In all diesen Fällen wird Wermut in Wein, als Tee, als Kraut im fettreichen Essen oder als Urtinktur eingesetzt. Die Inhaltsstoffe im Wermut wirken antiseptisch, antibakteriell, antiviral, krampflösend, Durchblutung fördernd und stärken das Immunsystem.

Im Namen des Wermut-Schnaps Absinth findet sich der lateinische Artname absinthum wieder. Dieser Bitter enthält noch eine Reihe weiterer Heilkräuter von Anis bis Zitronenmelisse. Absinth sollte nur in kleinen Mengen, also als Arznei genossen werden! Wermut steckt auch im Schwedenbitter.

Hier einige Rezepte und Anwendungen von Rudolf Breuss: Wermut-Tee 1 kleine Prise Wermut nur 3 Sekunden in einer Tasse heißen Wassers ziehen lassen, nur bei Magenvergiftung Tee 2 bis 3 Minuten kochen oder zehn Minuten ziehen lassen, nach 2-3 Tagen wieder nur 3 Sekunden ziehen lassen, dann 14 Tage täglich trinken. Kopfschmerzen, sehr starke, Stirn über den Augen – ein Symptom von Magenleiden! – 1 Tasse Tee pro Tag am besten jede Stunde Schluck weise 3-5 Wochen lang trinken, bei Mundgeruch 3 bis 5 Wochen täglich 1 Tasse Wermut-Tee, auch bei  Sodbrennen, Vorsicht: Brot verstärkt Säurebildung! Auch Fettkäse, Speck oder Wurst oder ein Esslöffel Senf können Sodbrennen eindämmen – aber immer ohne Brot!

Zur Düngung und zum Schutz vor Ungeziefer ihrer Pflanzen auf Fensterbank oder im Garten nutzen sie eine Jauche aus Wasser und Wermut, die sie zuvor etwa drei Wochen haben ziehen lassen. Diese Jauche können sie mit anderen Heilpflanzen auch mischen, Schachtelhalm, Brennnessel und anderen.

Gemäß den Erfahrungen der Traditionellen Chinesischen Medizin stärkt Wermut das Yin. Daher ist vor allem im Herbst und Winter zu Wermut zu raten. Wermut leitet Feuchte-Kälte aus und tonisiert das Nieren-Yang. Er ist bitter, leicht scharf, warm und wirkt auf Magen, Leber und Dickdarm. Auch das Milz-Qi und Milz-Yang wird gestärkt, einer Leber-Qi-Stagnation wirkt Wermut entgegen. Für den TCM-Tee nimmt man 2 – 6 g auf ½ l heißes Wasser. Mir ist diese Menge zu stark, der Tee zu bitter. Ich bleibe meinem Prinzip treu: 1 Prise reicht.

Wenn Ihnen das Jahr 2018 nicht das erwartete Glück gebracht hat, spurten Sie ins Jahr 2019 und ruhen Sie sich dann auch öfter mal aus! Bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr Jörg Köhn

 

Nächste Termine:

Wenig Zeit … Weihnachten naht? Halten Sie einen Moment inne, atme ruhig, dann haben Sie alle Zeit der Welt. Versuchen Sie es einmal, die Lektüre zum Durchatmen kann auch dieser Newsletter für Sie sein …

Mein nächstes monatliches Seminar findet am Dienstag, 11. Dezember, 16 Uhr, in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen, zum Thema: „Mein Breuss– mein Therapieweg“ statt. Es war ein Glücksfall für mich abseits von der Ausbildung zum  Heilpraktiker über Rudolf Breuss zu „stolpern“. Einmal, weil ich vor 15 Jahren Dank ihm wieder schmerzfrei laufen und aufrecht gehen lernen durfte, zum zweiten, weil er mir die Augen für die von mir als Biologe zuvor stiefväterlich behandelten Pflanzen – Tiere und Meer waren meine Welt – öffnete und drittens, auch noch das Verstehen chronischer Krankheiten einschließlich Krebs erleichterte. Darüber werde ich im Seminar berichten. Wenn Sie wollen, können Sie das mit dem „aufrecht gehen“ auch bei mir für sich und Ihre liebsten in einem Tagesseminar praktisch erlernen. Sie sind herzlich eingeladen mich auch wie gewohnt mit Ihren Fragen zu löchern. Teilnahmegebühr 5 €.

Da Sie alle im Dezember sooo beschäftigt sind, finden die nächsten Termine – außer den individuellen in meiner Praxis – dann erst wieder 2019 statt J.

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
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www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

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