Heilpflanze des Monats Januar 2019: Frauenmantel

Geschrieben von am 9. Januar 2019 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee

Aus dem aktuellen Rundbrief vom Netzwerkpartner Dr. Jörg Köhn (Ostsee) entnommen. Vielen Dank.:

Meine Heilpflanze im Monat Januar ist der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Diese Pflanze begegnete mir – außer in Gärten – bei Wanderungen oberhalb der Baumgrenze in den Alpen. Auf den Almen ist sie sehr häufig und wird von anderen Wildkräutern begleitet, die teilweise giftig, wie Blauer Eisenhut und nur in homöopathischer Zubereitung gesundheitsförderlich sind oder auch der kleineren Schwester des Frauenmantels, dem selteneren und eher versteckt zwischen den Steinen wachsenden Silbermäntele. Die beiden Schwestern haben ähnliche Wirkbereiche, das heißt, was ich hier für den Frauenmantel schreibe, gilt auch für das Silbermäntele. Während sich der Frauenmantel mit seinen größeren Blättern recht leicht undschnell ernten lässt, ist die Ernte der kleinen Schwester, deren Blätter silbern umrandet sind, eher mühselig. Ich empfehle daher, die häufigere und größere Schwester im Garten anzubauen und jeweils etwa nur die Hälfte der Blätter und Blüten zweimal im Jahr zu ernten, die Herzblätter zu verschonen, um die Boden bedeckende Pflanze über Jahre nutzen zu können .

Das herausragende Kennzeichen dieser Hahnenfußgewächse sind die Wassertropfen, die sich über Nacht auf den Wasser abweisenden Blättern sammeln und wie Regentropfen silbrig in der Morgensonne glänzen. Die Blütenstände sind eher unscheinbar. Sie bestehen aus vielen kleinen gelblich-grün Einzelblüten. Wie die Wassertropfen in den Blätter „ummantelt“ und geschützt werden, bieten beide Schwestern einen Schutzmantel für Frauen und wirken daher bei vielen Frauenkrankheiten bis hin zur Behandlung von Kinderlosigkeit oder Wechseljahresbeschwerden.

Sie werden vor allem als Tees eingesetzt bei allen Frauenkrankheiten und Blasenentzündung mit gelbem oder blutigem Harn. Sie stoppen Blutungen, Nasenbluten, helfen bei nicht heilen wollenden Wunden sowohl innen (Tee) als auch außen. Bei äußeren Wunden tränkt man ein Tuch mit dem frischen Pflanzensaft oder im Tee des getrockneten Krauts und legt das Tuch auf die Wunde auf. Ein Wechsel mit Ringelblumen-Tee kann dabei sinnvoll sein. Die „Mäntele“ setzt man auch bei Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, Kopfschmerzen und Schlafproblemen ein. In der Schwangerschaft sollte man auf Tees mit Frauenmantel verzichten, da Uterus-Kontraktionen ausgelöst werden können. Diese Wirkung ist gerade bei Regelschmerzen oder Wechseljahresbeschwerden erwünscht, aber eben nicht in der Schwangerschaft. Allerdings empfiehlt Rudolf Breuss 3 bis 4 Wochen vor der Entbindung täglich bis zu 1 Tasse Tee zur Geburtsvorbereitung mit Silbermäntele-Tee vermischt schluckweise kalt zu trinken. Egal ob schwanger oder nicht am Tag sollte nur eine Tasse Tee getrunken werden.

Für den Tee benötigt man nur eine Prise des trockenen Krautes auf einen halben Liter heißen Wassers. Man lässt das Kraut etwa 10 Minuten in dem nicht mehr kochenden Wasser ziehen. Neben den Tees ist der Einsatz der Urtinktur – 1-3mal täglich 2-5 Tropfen in Wasser oder Tee oder direkt auf der Zunge einwirken lassen (nicht schlucken) oder bei akutem Bedarf – sinnvoll.

Einige Mischungen mit anderen Frauenkräutern können nach Breuss` oder auch meinen Erfahrungen bei der Behandlung von Patientinnen empfohlen werden: Gegen gelben und braunen Ausfluss nimmt man eine Mischung aus Silber- und Frauenmantel, weißer und gelber Taubnessel (Goldnessel) stündlich in kleinen Schlückchen kalt bis alles wieder in Ordnung ist. Frauenmantel und Goldnessel trinkt man über einen längeren Zeitraum – 1 bis 2 Jahre – um bei bislang erfolglosem Kinderwunsch die Entwicklung der Eizellen bis zur Befruchtungsreife wieder zu ermöglichen. Auch bei Schmerzen vor und während der Periode hat sich diese Mischung bewährt.

Alice erlebte die Wunder des Frauenmantels in der Kombination mit den hier genannten Kräutern. Sie erlebte ihre Perioden von Beginn, ab 11. Lebensjahr, an immer unter großen Schmerzen und nahm Schmerzmittel wie Ibuprofen. Ihr Kinderwunsch mit Mitte 20 erfüllte sich nicht. Ihre Eizellen starben nach klinischem Befund jeweils vor der Befruchtungsreife ab. Sofort nach Beginn der Tee-Kur waren die Regelschmerzen wie weg geblasen, eineinhalb Jahre später gebar sie ein gesundes Kind. Nun ist Alice im Wunderland angekommen!

In der TCM wird Frauenmantel als bitter, zusammenziehend und kühl bezeichnet. Er wirkt auf die Leber – die weiblichen Geschlechtsorgane zählen zu den mit der Leber verbundenen Entgiftungsorganen. Er leitet Leber-Feuer und Hitze (-wallungen während der Wechseljahre) aus. Ebenso Feuchte-Hitze aus Dickdarm und Blase. Er wirkt mild Qi-Stagnationen entgegen stoppt Blutungen und tonisiert mild das Milz-Qi. Frauenmantel ist neben Rotem Storchschnabel und Gänsefingerkraut, das auch bei Frauen-krampf-leiden eingesetzt wird. Eines der wichtigen Wildkräuter, die auf den Hormonhaushalt regulierend wirkt.

Herzlichst Ihr Jörg Köhn


Nächste Termine:

Mein nächstes monatliches Seminar findet am Dienstag, 8. Januar, 16 Uhr, in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen, zum Thema: „Ich Regenwurm – Segment- und Neuraltherapie“ statt. Unser Körper hat noch archaische Organisationsprinzipien. Die Strickleiter des Nervensystems der Regenwürmer ist auch bei uns noch irgendwie erhalten geblieben …. In der Chinesischen Medizin weiß man seit Jahrtausenden, dass jedes Organ sein Segment, einen Regenwurmring, hat und man dadurch erkennen kann, ob es den inneren Organen gut geht oder eben nicht. Wenn man den „Ring“ behandelt, kann sich auch das Organ wieder „einrenken“ oder sein Nerven“system“ wieder beruhigen. Das haben dann vor fast 100 Jahren die Hunecke-Brüder, beides Ärzte, in der von ihnen entwickelten Neuraltherapie (wieder) entdeckt. Neugierig, dann sind Sie herzlich eingeladen, Ihren Körper besser verstehen zu lernen und mich auch wie gewohnt mit Ihren Fragen zu löchern. Teilnahmegebühr 5 €.

Termine für das Jahr 2019:

  • Seminare, wie immer am 2. Dienstag des Monats, 16 Uhr (außer Februar), in der PoseidonApotheke.
  • Kräuterwanderungen je nach Winterverlauf ab März oder April am 2. Samstag des Monats, 1416 Uhr, in Heiligenhagen.
  • Kunst offen zu Pfingsten.
  • Tag der offenen Praxis am 26.10. in Heiligenhagen

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
mobil: 0171 – 610 3 610
www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

Videointerview vorgestellt von Ingrid Hoffmann Ansehen

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