Heilpflanze des Monats Oktober 2019: Europäisches Wolfstrapp

Geschrieben von am 3. Oktober 2019 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee

Foto: wikipedia – Kristian Peters Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaea) – Fabelfroh

Das Kraut des Monats war einst in meinem Regenwassersammelteich – daher auch nach einiger Zeit verschlammt – heimisch, traf mich im Auwald und darf jetzt auch wieder in eben diesem Teich Fuß fassen, wenn Berle und Co. es lassen, der Europäische Wolfstrapp (Lycopus europaeus, „Europäisches Wolfsfüßchen“). Ich hatte das Kraut fast vergessen. Auf der Suche nach einem schönen Fotoexemplar vom Waldziest traf ich dann an einer Stelle auf den in diesem Jahr bereits vorgestellten Waldziest und gleich daneben die Knotige Braunwurz, die nun „überall“ und hoffentlich für lange Zeit im Wald vorkommt.

Der Wolfstrapp ist den meisten Homöopathen wohl nur als Lycopus bekannt. Der Wolfstrapp ist ein Lippenblütler mit sehr kleinen weißen Blüten und das Hauptmerkmal – gefiederten Blättern. Bei fast allen anderen Lippenblütlern wie Minze, Melisse, Taubnesseln oder Ziest sind die Blätter ganzrandig … Wie vermutlich alle Lippenblütler hat Lycopus eine starke Wirkung auf die primären und sekundären weiblichen – aber auch männlichen – Geschlechtsorgane.

Bitte als Homöopath Lycopus nicht mit Lycopodium verwechseln! Letzterer ist ein starkes sykotisches Mittel – aber Lycopodium ist Bärlapp – also eine erd-ur-alte Pflanze aus der Gruppe der Moose, Bärlappe und Farne!

Der Wolfstrapp ist ein alt bekanntes Heilmittel, dessen Wirkungen durch neue medizinische Forschungen bestätigt und ihre Anwendung in der modernen Phytotherapie empfohlen wurden. Ihre medizinische Wirkung wird sekundären Pflanzenstoffen insbesondere Flavonoiden und Phenolcarbonsäure zugeschrieben, beide Stoffgruppen wirken auf das Hormonsystem, insbesondere auf Sexual- und Schilddrüsenhormone (z.B. Prolaktin: körperliche Spannungen und Schwellungen in Brust und Unterleib (PMS), und das die Schilddrüse – Thyreoidea – Stimulierende Hormon TSH: Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen auf Grund leichter Schilddrüsenüberfunktion). Ich habe in diesem Jahr eine Urtinktur angesetzt und werde die Arznei als Tinktur wohl auch auf ihre Schilddrüsenwirkung prüfen, nutze aber nach wie vor zur Regulation der Schilddrüse eher den Roten Storchschnabel als dünnen Tee, den ich sowohl bei Unter- wie auch Überfunktion einsetze. Da ist mir Rudolf Breuss näher als die Ergebnisse der Pharmaforschung …

Auf Grund der Wirkungen auf das Prolaktin wird eine Anwendung in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Kindern als Tee nicht empfohlen. Mit Wolftrapp sollte ein- und ausschleichend therapiert werden. Das ist meiner Erfahrung nicht nötig, wenn man den Tee sehr dünn – eine Prise – auf einen halben Liter Wasser und dann ruhig weiter verdünnen und potenzieren einsetzt. Dann ist er auch für die ganze Familie einsetzbar! Apotheker empfehlen dazu im Gegensatz 1/2 Teelöffel des zerriebenen Krautes mit 200–250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihe und einmal täglich eine Tasse in kleinen Schlucken trinken. In einer Therapie kann sich die Schilddrüse leicht vergrößern. Gesammelt und getrocknet wird das blühende Kraut mit Stengeln.

Als Schilddrüsen-fehl-funktionen werden Symptome wie Tachykardie (Herzrasen), psychische und motorische Unruhe, Schlaflosigkeit, feinschlägiger Tremor (Fingerklopfen, Muskelzittern), gesteigerte Reflexe, Schweißausbrüche, Durchfälle, Erbrechen, Gewichtsabnahme trotz Heißhunger, Haarausfall, Muskelschwäche, schnelle Ermüdbarkeit, Exophthalmus (große, hervortretende Augen, Morbus Basedow) und Struma (vergrößerte Schilddrüse) angesehen. Naja, letzteres Symptom ist ja gerade ein Kennzeichen dafür, dass die vorhandenen Zellen nicht das schaffen, was sie schaffen sollen bzw. müssen, also das „Denken“ des Körpers: „Mehr davon, das wird das „Problem“ gelöst!“ Die Medizin nennt das oft Krebs …

Unserer größten Drüse, der Milz, also dem mittleren Jiao würde ich die Wirkungen vom europäischen wie auch amerikanischen (virginicus) Wolftrapp zuordnen, also einem „in-die-Mitte“ kommen. Für Milz spricht auch die blutstillende Wirkung des Wolfstrapp. In der TCM wird Lycopus als Mittel gegen Hitze-Wind geführt, das würde für die Leber – unteres Jiao, wie auch die Wirkungen auf die Geschlechtsorgane sprechen. Da werde ich mich noch einmal mit der chinesischen Arzneimittellehre „beraten“.

Die Inhaltsstoffe im Wolftrapp – vor allem im amerikanischen – sind seit etwa 70 Jahren gut untersucht und bekannt. Die meisten Inhaltsstoffe sind mir aus anderen Heilpflanzen bekannt, aber es gilt der Grundsatz die Kombination macht die Wirkweise!

In diesem Sinne bleiben Sie gesund. Herzlichst Ihr Jörg Köhn


Nächste Termine:

Mein Monatsseminar zum Thema: „(Un)Heilbar war gestern“ am 8. Oktober, 16 Uhr in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen. Sie sind herzlich eingeladen und dürfen mich wie gewohnt, mit Ihren Fragen löchern. Teilnahmegebühr 5 €.

Das Wetter hier stimuliert weder meine Pflanzen noch mich im Oktober eine Kräuterwanderung anzubieten. Dafür veranstalten wir am 19. Oktober, ab 14 Uhr in Heiligenhagen unseren Tag der offenen Praxis (TOP!). Sie sind herzlich eingeladen, zum Kaufen, zu  Informationen, Kräuter-Tees, und ungesunden Sachen wie Kaffeeund Kuchen. Sie können dabei auch unsere Hochfrequenztechnologie erleben …

Am 6. November, 17 Uhr, werde ich in der alten Stadtschule am Rosengarten, jetzt Musikschule Carl Orff, zum Thema „(Heilendes) Wasser“, einer Veranstaltung des Vereins „Gemeinsam mehr Mut e.V.“ berichten. Der Verein unterstützt Betroffene und deren Angehörige schwerer Erkrankungen.

Weitere Veranstaltungen:

12.11. Seminar Allergien – Wo gegen, wo für? in Rostock Details
10.12. Seminar Krank durch Essen? in Rostock Details
12.01.2020 Seminar Krebs und andere (un)heilbare Krankheiten in Rostock Details
11.02.2020 Seminar Einführung in die Homöopathie in Rostock Details
10.03.2020 Seminar Miasmatische Homöopathie in Rostock Details

Wenn das Wetter super schön werden sollte, stelle ich Ihnen meine neuen Kräuter im Garten vor. Darunter die Schwalbenwurz, die viele von Ihnen schon als homöopathische Grippevorsorge – als Engystol – kennen. Ach ja, wer seine Virenvorsorge möchte, kann sich 5mal 2 ml von diesem Viro-Statikum als Spritze in die Vene abholen. Bitte Termine vereinbaren, ich bin nicht täglich in der Praxis sondern auch zu Patienten unterwegs!

Bei uns gibt es diese umfassende Vorbeugung mit der Verjüngungskur nach Dr. Regelsberger -. Sauerstoff in die Vene – neben der obligaten Leberreinigung bei abnehmendem Mond im Frühjahr und einer generellen Stärkung des Immunsystems – auch Trombosen verhütend – mit Blutegeln u.a. vor langen Flugreisen wie nach Sri Lanka mindestens einmal jährlich.

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
mobil: 0171 – 610 3 610
www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

Videointerview vorgestellt von Ingrid Hoffmann Ansehen

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