Heilpflanze des Monats Januar 2020: Augentrost

Geschrieben von am 7. Januar 2020 | Abgelegt unter Alle, Region Ostsee, Region Überregional

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Aus dem aktuellen Rundbrief vom Netzwerkpartner Dr. Jörg Köhn (Ostsee) entnommen. Vielen Dank.:

Heilpflanze des Monats ist der Augentrost. Bereits seit dem 14. Jahrhundert wird von der Heilwirkung der kleinen Wiesenpflanze – Augentrost, Euphrasia officinalis – mit der relativ großen Rachenblüte berichtet. Die meist nur bis 30cm hohe Pflanze wächst in hohen Lagen bis etwa 3000 m Höhe oft oberhalb der Baumgrenze. Meist schmiegt sie sich aber eher am Boden an, zu schwer sind Blätter und Blüten, so dass man den Eindruck gewinnen kann, sie krieche am Boden. Auf den Gebirgsmatten findet man sie mit einiger Übung. Mein Versuch, sie im Garten anzupflanzen scheiterte bisher. Man muss wohl anerkennen, dass diese auf einem Pilz schmarotzende Pflanze mit samt Pilz „verpflanzt“ werden muss und beide müssen dann die neue Umgebung auch mögen (?). Es ist eine Sommerblume, die von Juni bis Oktober blüht. Ich kenne sie eigentlich nur von feuchten Wiesen, aber sie soll auch auf trockenen Geröllhalden heimisch sein. 

Nahe und in der Pflanzenfamilie des Augentrosts sind namhafte Heilpflanzen, wie auch die kleinblütige knotige Braunwurz, Scrophularia nodosa, über die ich im letzten Jahr berichtete, vertreten. Die Familie steht zwischen den Nachtschattengewächsen mit Kartoffel und Tomate sowie wichtigen Heilpflanzen, wie Stechapfel, Bilsenkraut oder Tollkirsche, und den Lippenblütlern, den uns bereits ebenfalls bekannten Taub- und Goldnesseln, Ziesten oder eben Braunwurz oder Wolfstrapp. 

Was verwundert ist, dass der Name bereits auf die Hauptanwendung wie Augenentzündungen, Augenreizungen, brennende Augen mit Sekretabsonderungen, starke Lichtempfindlichkeit, starker Tränenfluss, geschwollene Augenlider, oft als Folge von Gerstenkörnern sowie Entzündungen auch der Atemwege und Heuschnupfen hinweist. Der lateinische Name nimmt direkt Bezug auf die Heilpflanze – „officinalis“. Angewandt wird die Tinktur als Teeakompresse direkt auf die betroffenen Augen oder auch homöopathisch auch bei Binde- und Regenbogenhautentzündung oder Glaukom. 

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Augentrost als Mittel, das die Augen klärt, bekannt. Da verwundert es mich nur wenig, dass die Anwendungsfelder auch auf innere Organe erweitert wurden. Da die Leber ja durch die Augen öffnet, wird Augentrost bei verschiedenen Leberproblemen eingesetzt. So klärt Augentrost Feuchte-Hitze der Leber, leitet mild die Hitze aus und wirkt immer dann, wie es TCM-poetisch heißt „wenn die Leber den Magen attackiert“. Augentrost werden die Eigenschaften bitter, scharf und kühl zugeordnet. Die Pflanze befreit den mittleren Erwärmer und wirkt somit auch auf Milz und Magen (bei Magenschleimhautentzündungen und Gastritis). Da der Augentrost bei uns (noch) nicht vorkommt, setze ich dann gern Gänsefingerkraut-Urtinktur mit gutem Erfolg ein. 

Die Leberwirkung von Augentrost betrifft auch Migräne (Auren – Sehen), Gelbsucht, gutartige Prostatageschwüre und bestimmten rheumatischen Erkrankungen (Sehnen?), da wo auch Beinwell eingesetzt werden kann. 

Das Fehlen von Augentrost im Flachlandgarten muss bei mir wie beschrieben eine Sammlung anderer heimischer Kräuter oder eben die homöopathischen Tinkturen oder Globuli übernehmen. Ich wünsche mir, dass ich für das richtige Saatgut dieses einjährigen Krauts h einen Platz im Garten finde und es somit die Schar der Heilkräuter erweitern kann. Ach ja, Augentrost wird miasmatisch bei den letzten Stufen des Gesundwerdens eingesetzt. 

In diesem Sinne bleiben Sie gesund.
Herzlichst Ihr Jörg Köhn

Nächste Termine:

Mein Monatsseminar zum Thema: „Der Kopf is(s)t anders! am 14. Januar, 16 Uhr in der Poseidon-Apotheke, H.-Ibsen-Str. 29, Rostock-Evershagen. … und er muss 24 Stunden ernährt werden. Unsere Nerven – unser Gehirn – kennt keine Muskeltruhe. Sie/es braucht Nahrung vor allem für die Nacht. Ohne oder mit der falschen Nahrung sterben die Hirnzellen ab. Die Demenzfolgen „vergisst“ der individuell Betroffene schnell (?). Richtiges Essen zu Abend kann dem Vergessen vorbeugen. Hören Sie auf Ihren Körper und lassen Sie sich sagen, was Ihnen der Arzt oder Ernährungsberater sonst verbietet. Teilnahmegebühr 5 €.

Weitere Veranstaltungen:

  • 11.02.2020 Seminar Einführung in die Homöopathie in Rostock Details
  • 10.03.2020 Seminar Miasmatische Homöopathie in Rostock Details

Kontakt:
Naturheilpraxis Dr. Jörg Köhn
Büdnerreihe 20a
18239 Satow/Heiligenhagen
Tel.: 038 295 – 71 414
Fax: 038 295 – 71 415
mobil: 0171 – 610 3 610
www.naturheilpraxis.dr-joerg-koehn.de

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